Erkrankungen

Apthen

Aphten sind entzündete Bereiche im Mund (meist Bläschen), die für den Betroffen meist schmerzhaft sind.
Sie sind nicht ansteckend und nach 2 Wochen meist wieder verschwunden.

Craniomandibuläre Dysfunktionen

Als Craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) werden die Folgen der Fehlstellung zwischen Schädel und Unterkiefer bezeichnet.

Die Symptome dafür sind: Zähneknirschen und –pressen, Kiefergelenkknacken, Kopf-
schmerzen, Nackenverspannungen und Ohrgeräusche (Tinnitus).
Auch Parodontalerkrankungen können durch die ungleichmäßige Belastung hervorgerufen werden.

Die Wiederherstellung der korrekten Bisslage bedarf einer individuellen und vor allem koordinierten Diagnostik und Therapie, da meist die Zusammenarbeit von mehreren Fachrichtungen erforderlich ist.

Fazialisparese

Die Krankheit Fazialisparese ist eine Lähmung des 7. Hirnnerv „Nervus Facialis“, der die Gesichtsmuskulatur versorgt.
Am häufigsten tritt die so genannte idiopathische Fazialisparese auf, die nur eine Gesichtshälfte betrifft. Sie hat keine erkennbare Ursache und bildet sich in den meisten Fällen von selbst zurück.

Bei benötigter Behandlung wird eine Physio- oder eine medikamentöse Therapie angewandt, nur selten ist eine Operation erforderlich. Ursachen für eine Fazialisparese können Infektionen mit Borrelien oder Varicella-Zoster-Viren, sowie Nervenschädigungen, Diabetes mellitus oder eine Gehirnhautentzündung sein.

Bei Lähmungserscheinungen der Gesichtsmuskulatur sollte in jedem Fall umgehend ein Arzt konsultiert werden. Zum einen könnten die Symptome auch von einem Schlaganfall stammen. Zum anderen ist eine exakte Diagnose erforderlich, um die nötige Therapie zu bestimmen.

Funktionelle Störungen

In der Zahnmedizin werden Störungen im normalen Zusammenwirken von (Kau-) Muskulatur und Zähnen als Funktionelle Störungen bezeichnet. Dazu gehören nächtliches Zähne knirschen und -pressen oder Wangen- und Zungen beißen.
Als Symptome treten Zahnschmerzen, Ohrgeräusche (Tinnitus), häufige Kopfschmerzen und chronische (Nacken-) Verspannungen auf.

Die Ursachen Funktioneller Störungen sind neben organischen Fehlern des Gebisses (Zahnfehlstellungen, schlecht sitzende Füllungen oder Zahnersatz) in der Regel seelische Probleme. Deswegen bedarf es unbedingt einer kooperativen Behandlung von Psychologe und Zahnarzt. Eine rein medizinische Behandlung führt meist nicht zum Erfolg.

Bleiben die Funktionsstörungen unbehandelt, können sie zur Entstehung von CMD (Craniomandibuläre Dysfunktionen) beitragen.

Gingvititis

Gingivitis bedeutet entzündetes Zahnfleisch, das durch Beläge gerötet und geschwollen ist und bei Berührung leicht blutet. Die Entzündung des Zahnfleisches gehört zu den häufigsten Krankheiten des Menschen und ist verantwortlich für viele Folgeerkrankungen im Mund. Sie ist oberflächlicher lokalisiert als die Parodontitis.

Herpes Virus

Es gibt unterschiedliche Herpes-Viren, die verschiedene Krankheitsbilder auslösen können. Im Bereich des Mundes ist der Herpes labialis am häufigsten. Wer sich einmal infiziert hat, bleibt sein Leben lang Träger dieses Virus. Die Viren halten sich im inaktiven Zustand in Nervenzellen auf. Kommt es z.B. durch eine Erkältung, starke Sonnenbestrahlung oder Stress zur Reizung der Lippen, dann wird das Virus aktiv. Dies wird durch den einsetzenden Juckreiz spürbar. Es bilden sich kleine Bläschen, die eine große Anzahl neuer Viren enthalten. Diese Bläschen platzen auf und heilen unter Schorfbildung aus.

Betrifft das Herpes simplex Virus die Mundschleimhaut, entsteht die Gingivastomatitis herpetica, allgemein auch Mundfäule genannt. Die Mundfäule tritt meistens bei Kindern im Alter zwischen 2 - 4 Jahren auf. Die Erkrankten leiden unter schmerzhaft geschwollenem Zahnfleisch, Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl. Die Mundschleimhaut ist übersät mit vielen kleinen Bläschen und Flecken. Alle Veränderungen heilen in der Regel nach 10 - 14 Tagen.

Therapie der viralen Erkrankungen: Herpesviren können mit Salben, die ein Virostatikum (Wirkstoff gegen Viren) enthalten, behandelt werden. Die Herpesbläschen platzen auf und heilen dann unter Schorfbildung aus.

Karies

Karies zählt zu den weltweit häufigsten Erkrankungen. Sie wird durch Bakterien verursacht, die auf der Oberfläche von Zähnen und Prothesen einen klebrigen Belag (die Plaque) bilden. Diese Kleinstlebewesen wandeln den Zucker aus der Nahrung in Säuren um. Durch diese Säuren wird der Zahnschmelz aufgelöst und es entsteht dort ein Loch im Zahn (Karies). Also zwei Faktoren begünstigen wesentlich die Entstehung von Karies:

1. Die Vermehrung der Bakterien im Zahnbelag bei schlechter Mundhygiene

2. Eine ungünstige Ernährung mit einem zu hohen Zuckeranteil. Karies tritt bei älteren Menschen häufig an frei liegenden Zahnhälsen auf, wenn sich das Zahnfleisch zurückgezogen hat und sich Nahrungsreste dort festsetzen können. Es handelt sich dann um die sogenannte Wurzelkaries. Durch unzureichende Mundhygiene und fehlende Zahnzwischenraumreinigung wird die Anlagerung von Plaque und Zahnstein begünstigt. Dadurch werden Erkrankungen des Zahnfleisches gefördert .
Leukoplakie der Mundschleimhaut

Ein weißer und zugleich nicht abwischbarer Fleck auf der Mundschleimhaut wird in der zahnmedizinischen Fachsprache als Leukoplakie bezeichnet. Deren Entstehung ist auf eine Verhornungsstörung der oberen Gewebeschicht der Schleimhaut zurück zu führen.

Unterschieden wird zwischen zwei Krankheitstypen: die präkanzeröse Leukoplakie und die Leukoplakia simplex. Patienten zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr sind anfällig für diese Erkrankung, wobei Männer ein höheres Risiko haben.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Hierbei handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung. Aufgrund von Schwangerschaftskomplikationen konnte sich die Lippe oder der Gaumen während der Entwicklungsphase im Mutterleib nicht richtig ausprägen. Die entstandene Spalte kann nach der Geburt mit einer oder mehreren Operationen korrigiert werden. Jedoch bedarf die vollständige Genesung einer über Jahre hinweg verlaufenden Therapie.
Mundgeruch

Ein beständiger Mundgeruch ist als Erkrankung anzusehen. Die Ursachen sind im Bereich des Mundes, der Nase oder dem Rachen zu finden. Die unangenehm riechende Atemluft wird durch flüchtige Schwefelverbindungen ausgelöst und ist auf bakterielle Fäulnisprozesse im Mund zurück zu führen.

Zu den Entstehungshintergründen zählen beispielsweise eine schlechte Mundhygiene, verschiedene Erkrankungen des Zahnhalteapparates, sowie Tumorerkrankungen im Mundbereich.
Nursing-Bottle-Syndrome

Das Nursing-Bottle-Syndrom ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates bei Babys und Kleinkindern. Verursacht wird der Kariesbefall der Schneidezähne durch einen übermäßigen Konsum von zuckerhaltigen und extrem süßen Getränken.

Die erkrankten Zähne müssen von der Karies befreit und wieder aufgebaut werden, um die Infektionsgefahr zu verringern und das Aussehen zu verbessern.
Odontogene Infektionen

Unter einer odontogenen Infektion versteht man eine bakterielle Entzündung im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich, ausgelöst durch lockere Zähne, Kariesbefall oder Wurzelreste.

Wird die Infektion nicht früh genug erkannt und behandelt, kann sich diese in der direkten Umgebung ausbreiten und weitere schmerzhafte Schäden, wie z. B. Abszesse (Eiteransammlung in einem Hohlraum) verursachen. Ein Abszess kann operativ entfernt werden. Die Schmerzen werden mittels Schmerztabletten behandelt.
Odontogene Tumoren

Hierbei handelt es sich um gutartiges Tumorgewebe im Mundbereich. Ameloblastome, Odontome und Zementoblastome zählen zu den häufigsten odontogenen Tumorarten. Die Entfernung erfolgt durch einen chirurgischen Eingriff.
Osteomyelitis der Kieferknochen

Bei dieser Erkrankung treten Entzündungen am Knochenmarkgewebe des Kieferknochens auf, verursacht durch eine Knochenmarksinfektion. In besonders schlimmen Fällen kann das betroffene Knochengewebe absterben.

Symptome sind zum einen Schwellungen und Schmerzen, zum anderen Zahnlockerung und Funktionsstörungen des Zahnhalteapparates.
Parodontitis

Die entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates wird meistens erst im vierten oder fünften Lebensjahrzehnt bemerkt und ist in diesem Alter die häufigste Ursache für Zahnverlust. Verantwortlich sind oft eine unzureichende Mundhygiene und fehlende zahnärztliche Betreuung.

Den Anfang bildet oft eine Gingivitis, eine Entzündung, die dann auf den Kieferknochen übergreift und schubweise zu dessen Abbau führt. Es treten gelegentlich Zahnfleischbluten, Mundgeruch, eine Änderung der Zahnstellung, gelockerte Zähne sowie Schmerzen auf. Zwischen Zahnwurzel und Zahnfleisch bildet sich ein Spalt, die sogenannte Zahnfleischtasche, in der sich die Bakterien gut vermehren können.

Viele systemische Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus) machen sich in der Mundhöhle durch verschiedene Symptome bemerkbar (z.B. geschwollenes, leicht blutendes Zahnfleisch). Auch bestimmte Medikamente haben Nebenwirkungen auf das Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat. Ist der Körper in seiner natürlichen Abwehr geschwächt, kann die Menge der Bakterien im Mund ebenfalls zunehmen und entzündliche Erkrankungen hervorrufen.

Pilze im Mundbereich

Viele Erkrankungen der Mundschleimhaut werden durch den Pilz Candida albicans hervorgerufen. Er kommt bei allen gesunden Menschen im Mund (normale Mundflora) vor.
Besteht eine verringerte Immunabwehr, ausgelöst z.B. durch Medikamente und Allgemeinerkrankungen, kann das Gleichgewicht zwischen Bakterien und Pilzen im Mund gestört sein. Dann besteht die Möglichkeit, dass sich eine Pilzerkrankung entwickelt. Diese Erkrankung ist oft nicht schmerzhaft und fällt durch einen weißlichen Belag an der Mundschleimhaut auf. Besonders betroffen können die Bereiche unter der Prothese sein. Es sollte umgehend ein Zahnarzt aufgesucht werden. Die Infektion mit Candida albicans kann auch an den Mundwinkeln auftreten. Sie entsteht dort meistens bei Menschen mit tiefen Mundwinkeln aufgrund schlaffer Wangenmuskulatur oder zu abgekauter Prothesenzähne. Durch das jahrelange Tragen der Zahnprothesen verschleißen die künstlichen Prothesenzähne (Kunststoff), so dass die Bisshöhe (vertikale Dimension) zu niedrig ist. Die Haut um die Mundwinkel legt sich dann in Falten. Die Mundwinkel sind durch den Speichel ständig feucht und bieten für den Pilz daher ideale Wachstumsbedingungen.

Der Zahnarzt wird durch eine Korrektur der Prothesen in Kombination mit einer Salbe versuchen, dieses Beschwerdebild zur Ausheilung zubringen. Neben einer zu niedrigen Bisshöhe können auch Mangelernährungserscheinungen (z.B. Vitaminmangel) zu hartnäckigen Entzündungen führen.

Therapie der Pilzerkrankung: Pilze in der Mundhöhle oder im Bereich der Mundwinkel werden mit sogenannten Antimykotika (Tinkturen gegen Pilze, ähnlich dem Antibiotika gegen Bakterien) wirksam behandelt. Die Erkrankung heilt ohne Narbenbildung aus.
Prothesen müssen vom Zahnarzt überarbeitet werden.


Pulpitis

Bei einer Pulpitis hat sich das Zahnmark bzw. der Nerv, aufgrund einer Karies, stark entzündet. Auch Bruchstellen des Zahnes können eine Pulpitis hervorrufen, da Bakterien so in das Zahninnere eindringen können.

Um den Zahnnerv zu erhalten, muss die Infektion behandelt werden. Erfolgt keine medizinische Versorgung, stirbt der Nerv ab. Das tote Gewebe muss dann in mehreren Sitzungen entfernt und der Zahn wiederhergestellt werden.
Rheumatoide Arthritis der Kiefergelenke

Bei einer rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Gelenke. Auftreten kann dieses Krankheitsbild beispielsweise an den Kiefergelenken. Hierbei ist bei den Erkrankten meistens der Unterkiefer betroffen.
Speichelsteine - Sialolithiasis

Diese Erkrankung des Verdauungssystems hat seine Entstehung in den Speichelgängen. Aufgrund von zu dickflüssigem Speichel können sich kleine und harte Steine bilden, welche dann den Abfluss des Speichels verhindern.

Problematisch wird es wenn der Speichelstein tief in den Gang der Speicheldrüse rutscht und sich dort fest setzt. Durch die Verstopfung können charakteristische Beschwerden, wie eine übermäßige Speichelproduktion und sehr unangenehme Schmerzen auftreten.
Umstellungsosteotomie

Unter einer Umstellungsosteotomie versteht man einen operativen Eingriff am Kiefer, wobei die Kieferpositionierung umgestellt wird. Anhand von eingearbeiteten Platten werden die Kiefer fixiert.

Um nach Behandlungsabschluss das erzielte Ergebnis langfristig zu erhalten, werden die Zähne durch Drähte stabilisiert, welcher an der Rückseite der Frontzähne angebracht wird.
Über- oder Unterzahl von Zähnen

Ein gesundes Gebiss besteht inklusive der vier Weisheitszähne aus insgesamt 32 Zähnen. Aufgrund von Fehlbildungen können jedoch Abweichungen der Zahnanzahl auftreten.
Zahnbehandlungsphobie

Als Zahnbehandlungsphobie wird eine krankhafte Angst vor dem Zahnarztbesuch bezeichnet. Negative und traumatische Erfahrungen einer früheren Behandlung können solche Angstzustände verursachen.

Es gibt Zahnarztpraxen, die auf solche Patienten spezialisiert sind und mit verschiedenen Methoden dem Erkrankten die Angst zu nehmen versuchen.
Zahnbelag

Bakterielle Ablagerungen auf den Zähnen werden als Plaque / Zahnbelag bezeichnet. Wird der Belag nicht entfernt, so können die Bakterien tiefer in den Zahn eindringen und Löcher erzeugen. Um dem Zahnbelag entgegen zu wirken, sollte für eine optimale Zahnpflege gesorgt werden.
Zahnverletzungen

Bei einem Zahnunfall kommt es zu Beschädigungen eines Zahnes bzw. mehrerer Zähne durch verschiedenste Unfallgeschehnisse beispielsweise im Sport. Dabei kann ein Zahn abgebrochen werden oder ganz ausfallen.